Was sie ist
- Manuelle Methode für komplexe Beschwerden am Bewegungsapparat
- Strukturarbeit durch vier Schichten und sechs Strukturen in einer Sitzung
- Eigenständig entwickeltes Repertoire
- Kein standardisiertes Programm, individuell angepasst
Eine eigenständige manuelle Methode. Vier anatomische Schichten und sechs zentrale Strukturen in einer Sitzung, von der Haut bis zur Knochenhaut. Für komplexe Fälle am Bewegungsapparat.
Die Methode behandelt nicht isoliert, sondern arbeitet sich in einer einzigen, tiefgreifenden Sitzung systematisch von außen nach innen durch das gesamte Gewebe. Sie durchdringt dabei vier anatomische Schichten und arbeitet gezielt an sechs zentralen Körperstrukturen. Das ist ihr methodischer Kern.
Die elastische Oberfläche
Struktur 1
Aktiviert die elastische Oberfläche durch intensiven Stretch.
Die Haut wird in vielen Verfahren übersehen, weil sie scheinbar nicht mit Tiefenstrukturen zusammenhängt. Tatsächlich enthält sie eine hohe Dichte an Mechano- und Nozizeptoren. Ihre Beweglichkeit über tieferen Schichten ist häufig eingeschränkt. In der Jenkins® Methode wird die Haut als eigenständige Arbeitsebene angesprochen, bevor tiefere Schichten adressiert werden.
Struktur 2
Löst tiefere Verklebungen für maximale Verschieblichkeit.
Die Unterhaut verbindet die Haut mit den darunter liegenden Strukturen und trägt Lymph- und Nervengeflechte. Verklebungen in dieser Lage schränken die Verschieblichkeit des Gewebes ein und wirken sich direkt auf die Versorgung tieferer Strukturen aus. Klassische Massage erreicht diese Lage oft nicht. Die Jenkins® Methode arbeitet bewusst durch alle Lagen hindurch.
Das kollagene Ganzkörpernetz
Struktur 3
Dehnt das kollagene Ganzkörpernetz, um eingeengte Muskeln zu befreien.
Faszien sind eine Form des Bindegewebes und ein zusammenhängendes Netzwerk durch den ganzen Körper. Sie haben eine enorme Nervendichte mit etwa 250 Millionen sensorischen Nervenenden, ungefähr zehnmal mehr Rezeptoren als an den Muskeln. Faszien sind in der Praxis die Quelle vieler Beschwerden. Spannung in einem Bereich kann Muster an entfernten Stellen erzeugen. Die Jenkins® Methode adressiert diese Verbindungen, nicht nur die lokale Stelle.
Struktur 4
Entlastet die straffen Bindegewebsstränge und mechanischen Kraftübertragungswege.
Sehnen sind ebenfalls eine Bindegewebsstruktur. Das Golgi-Sehnenorgan misst die aktive Muskelspannung und löst bei zu hoher Spannung einen Reflex zur Entspannung aus. Über die Sehnenarbeit lässt sich die Muskulatur entspannen. Sehnen enthalten viele Nozizeptoren und sind in vielen Fällen mitverantwortlich für hartnäckige Beschwerden.
Große und tiefe Muskelbäuche
Struktur 5
Detonisiert und entspannt die großen und tiefen Muskelbäuche mit den entsprechenden Triggerpunkten.
Die Jenkins® Methode arbeitet an den großen und tiefen Muskelbäuchen, auch an den Übergängen zu den Sehnen, die häufig Sitz von Spannungsmustern sind. Myogelosen sind chronisch verhärtete Muskelpartien, in denen sich Abfallstoffe sammeln. Davon zu unterscheiden sind Triggerpunkte: lokale, hyperirritable Punkte in den Muskelfasern, die in entfernte Areale ausstrahlen können. Sie entstehen nicht aus Myogelosen. Beide Strukturen werden unabhängig voneinander adressiert.
Die knöcherne Grenzschicht
Struktur 6
Setzt den tiefsten mechanischen Impuls direkt an der knöchernen Grenzschicht.
Das Periost ist die Knochenhaut, sehr empfindlich und mit vielen Nervenendigungen versehen. Besonders relevant ist es am Sternum (Brustbein) und an der Clavicula (Schlüsselbein), wo es direkt unter der Haut liegt. Periost-Arbeit ist wichtig für Brustkorb, Wirbelsäule, Thorax und Atmung. Sie wird in vielen Verfahren außer Acht gelassen, ist aber zentraler Teil der Jenkins® Methode.
Eine Schulterproblematik kann ihren Ursprung in Spannungsmustern im Becken oder in der Kiefermuskulatur haben. Die Jenkins® Methode arbeitet deshalb nicht lokal, sondern ganzheitlich an den individuell erforderlichen Strukturen des einzelnen Klienten. Der gesamte relevante Bereich wird palpiert, nicht nur die Stelle, an der die Beschwerden gespürt werden.
Häufig liegt der Ursprung an einer anderen Stelle als das Symptom. Die Jenkins® Methode löst Spannungsmuster ganzheitlich, nicht nur am Schmerzort.
60 bis 120 Minuten ergeben sich nicht aus Großzügigkeit, sondern aus dem Anspruch, in einer einzelnen Sitzung mehrere Strukturen ganzheitlich zu adressieren.
Nicht alle Abläufe sind strikt vorgegeben. Jede Sitzung wird der individuellen Spannungslage des Klienten angepasst, die Behandlung ist nicht vollkommen standardisiert.
Wer ein Faszien-Problem hat, hat häufig auch ein Triggerpunkt-Problem. Isolierte Behandlung einzelner Strukturen greift in der Praxis zu kurz.
Wenn andere Methoden an ihre Grenzen stoßen oder Sie sich den Spießrutenlauf frustrierender Therapieversuche ersparen möchten, ist die Jenkins® Methode der direkte Weg zu einer Behandlung, die Haut, Unterhaut, Faszien, Sehnen, Muskeln mit Triggerpunkten und Periost zusammen adressiert. Jede der folgenden Disziplinen hat ihre eigenen Stärken, Indikationen und Grenzen. Hier eine sachliche Gegenüberstellung.
| Disziplin | Ansatz | Jenkins® Methode |
|---|---|---|
| Klassische Massage | Entspannung, Lockerung, Wohlbefinden. Arbeitet überwiegend in den oberflächlichen Schichten. | Strukturarbeit durch vier Schichten mit sechs zentralen Strukturen, von der Haut bis zur Knochenhaut. Auf strukturelle Veränderung ausgerichtet, kein Wellness-Charakter. |
| Klassische Physiotherapie | Symptomatischer Ansatz, oft 20 bis 40 Minuten pro Termin, mit häuslichem Übungsprogramm. Behandelt vor allem Gelenke, oft lokal, Muskeln. | Systemischer Ansatz, 60 bis 120 Min pro Sitzung, kein häusliches Übungsprogramm nötig. Adressiert Haut, Unterhaut, Faszien, Sehnen, Muskeln mit Triggerpunkten und Periost. |
| Triggerpunkt-Therapie | Lokale Druckpunkt-Behandlung definierter Triggerpunkte, häufig isolierter Befund. | Triggerpunkte als eine von sechs zentralen Strukturen. Integriert mit Faszien-, Sehnen- und Periost-Arbeit. |
| Faszientherapie | Faszien werden isoliert betrachtet und behandelt, oft als eigene Disziplin. | Faszien werden nie isoliert bearbeitet. Sie sind eine von sechs zentralen Strukturen, immer im Verbund mit Triggerpunkten und Sehnen. |
| Osteopathie | Strukturelle, viszerale und kraniosakrale Arbeit. Breit aufgestelltes Verfahren mit eigener Diagnostik. | Schwerpunkt auf manueller Tiefenarbeit am Bewegungsapparat. Keine spezielle viszerale oder kraniosakrale Arbeit. |
Ansatz
Entspannung, Lockerung, Wohlbefinden. Arbeitet überwiegend in den oberflächlichen Schichten.
Jenkins® Methode
Strukturarbeit durch vier Schichten mit sechs zentralen Strukturen, von der Haut bis zur Knochenhaut. Auf strukturelle Veränderung ausgerichtet, kein Wellness-Charakter.
Ansatz
Symptomatischer Ansatz, oft 20 bis 40 Minuten pro Termin, mit häuslichem Übungsprogramm. Behandelt vor allem Gelenke, oft lokal, Muskeln.
Jenkins® Methode
Systemischer Ansatz, 60 bis 120 Min pro Sitzung, kein häusliches Übungsprogramm nötig. Adressiert Haut, Unterhaut, Faszien, Sehnen, Muskeln mit Triggerpunkten und Periost.
Ansatz
Lokale Druckpunkt-Behandlung definierter Triggerpunkte, häufig isolierter Befund.
Jenkins® Methode
Triggerpunkte als eine von sechs zentralen Strukturen. Integriert mit Faszien-, Sehnen- und Periost-Arbeit.
Ansatz
Faszien werden isoliert betrachtet und behandelt, oft als eigene Disziplin.
Jenkins® Methode
Faszien werden nie isoliert bearbeitet. Sie sind eine von sechs zentralen Strukturen, immer im Verbund mit Triggerpunkten und Sehnen.
Ansatz
Strukturelle, viszerale und kraniosakrale Arbeit. Breit aufgestelltes Verfahren mit eigener Diagnostik.
Jenkins® Methode
Schwerpunkt auf manueller Tiefenarbeit am Bewegungsapparat. Keine spezielle viszerale oder kraniosakrale Arbeit.
Therapeutische Märkte sind klein. Wir verstehen die Jenkins® Methode als eigenständige Option für Fälle, in denen andere Verfahren an ihre Grenzen kommen.
Ende der 1990er Jahre war Faszien- und Bindegewebsarbeit in Deutschland noch kein Thema. Rolfing existierte, doch gezielte Faszienarbeit war zu dieser Zeit noch weitgehend unbekannt. Ein Ansatz, der mehrere Gewebeschichten in einer einzelnen Sitzung integriert behandelt, fehlte.
Die spätere Gründerin der Methode, Yvonne, war selbst von schweren chronischen Beschwerden am Bewegungsapparat betroffen. Sie war auf Opioide angewiesen und hatte dennoch keine ausreichende Linderung. Aus dieser Not heraus begann sie, am eigenen Körper zu experimentieren. Sie modifizierte bestehende Techniken und entwickelte vollständig neue Grifftechniken.
Die zentrale Erkenntnis aus dem Selbstexperiment: nicht nur lokal arbeiten, sondern den Körper als Ganzes betrachten. So entstand ein systematisches Set aufeinander abgestimmter Techniken: die Geschwindigkeitstechnik, die Schichtarbeit von außen nach innen, die ganzheitliche Arbeit am gesamten relevanten Bereich. Ein bis drei Behandlungen reichen meist aus, um spürbare Ergebnisse zu erzielen.
Die Methode wird heute von einigen sehr erfolgreichen zertifizierten Therapeut/innen weitergegeben. Nach der Ausbildung können sie die Methode eigenständig durchführen und direkt in die Praxis umsetzen. Bei Interesse kann zusätzlich ein Spezialkurs angeboten werden.
Die Jenkins® Intensivmassage ist bisher nicht in akademischen Lehrbüchern beschrieben. Ihre Wirkmechanismen lassen sich biomechanisch und neurophysiologisch beschreiben. Die Methode nutzt bekannte Reaktionen des Bindegewebes, der Mechanorezeptoren in der Haut, der Nozizeptoren in Faszien und Sehnen sowie des autonomen Nervensystems. Eine formelle wissenschaftliche Validierung in Form kontrollierter Studien steht noch an. Die Erfahrung in der Praxis bildet bisher die Grundlage. Wir kommunizieren das offen, weil seriöse Erwartungssteuerung wichtiger ist als Werbe-Sprache.
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